Laut einem am Dienstag verteilten Ergebnispapier haben sich die Fraktionen von Union und SPD auf mehrere Änderungen bei der laufenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und des Energiewirtschaftsgesetzes verständigt. So sollen die Möglichkeiten für zuschaltbare Lasten ausgeweitet werden. Dieses Instrument soll verhindern, dass Windräder bei Engpässen im Stromnetz abgeregelt werden und Ökostrom nicht genutzt werden kann.

Im Gesetzentwurf der Bundesregierung von Ende Juni war vorgesehen, dass die Netzbetreiber bei Bedarf Heizstäbe in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zuschalten können, um deren Wassertanks zu beheizen. Auf diese Art kann überschüssiger Ökostrom als Wärmeenergie gespeichert werden. Insgesamt sollte so eine Leistung von 2.000 Megawatt Grünstrom auch bei Netzengpässen noch nutzbar sein.

Wenn diese Leistung nicht durch Stromheizungen bereitgestellt werden könne, solle es auch die Möglichkeit geben, andere zuschaltbare Lasten zu aktivieren, heißt es in dem jüngsten Papier von CDU/CSU und SPD.

 

Auch Batteriespeicher und Industrieunternehmen können profitieren

Damit wird der Kreis der möglichen zuschaltbaren Lasten auf weitere Technologien erweitert: Industrieanlagen, die ihren Stromverbrauch kurzzeitig verschieben, die Speicherung in stationären Batterien und Elektroautos sowie die Erzeugung von Wasserstoff und Methan, die als gasförmige Energiespeicher dienen. Die Gase können beispielsweise ins Erdgasnetz eingespeist, für Wasserstoff-Autos genutzt oder bei Bedarf in kleinen Kraftwerken wieder in Strom umgewandelt werden.

Die Vergütung der zuschaltbaren Lasten soll auf die Netzentgelte umgelegt werden, die von den Stromkunden getragen werden. Für die Verbraucher bedeute das neue Förderinstrument dennoch eine Entlastung, behauptet die Landesregierung von Schleswig-Holstein, die zuschaltbare Lasten wegen der vielen Windräder in dem Bundesland unterstützt.

()