In einer Ad-hoc-Meldung teilte das Freiburger Unternehmen am Donnerstagabend mit, dass das Geschäft mit einem „international tätigen Energieunternehmen“ gescheitert sei. Dabei handelte es sich um Projekte für 2013 und 2014 im dreistelligen Megawattbereich in Großbritannien. 

Schuld an dem Scheitern seien „geforderte Bürgschaften“, die SAG Solarstrom vor Projektbeginn in Höhe von bis zu 20 Prozent des Projektvolumens und nach Projektabschluss als Gewährleistungsbürgschaften in Höhe von bis zu 10 Prozent hätte leisten müssen. 

Anlagenbau liefert drei Viertel des Umsatzes

Als Reaktion auf das geplatzte Geschäft stellt SAG Solarstrom nun den Geschäftsbereich Anlagenbau auf den Prüfstand. Im Jahr 2012 machte dieser rund drei Viertel des Gesamtumsatzes aus. Eine Sprecherin beschwichtigte jedoch auf Anfrage von BIZZ energy today: „Der Anlagenbau hat zwar den größten Anteil am Umsatz, im Vergleich zu den anderen Geschäftsfeldern allerdings deutlich geringere Margen.“ Vorstand und Aufsichtsrat wollen in den kommenden Wochen das weitere Vorgehen besprechen. 

Nicht erst das Scheitern des Geschäfts in Großbritannien zeigt die angespannte Lage beim Freiburger Unternehmen. Bereits im Mai hatte Christoph Koch seinen Posten als Finanzchef geräumt. Seitdem führt der Vorstand Ulrich Kenk die Finanzen des Unternehmens. Mitte des Jahres hatte SAG  Solarstrom außerdem den verlustreichen Bereich Partnervertrieb eingestellt. 

Vor wenigen Tagen korrigierte das Unternehmen dann noch seine Prognose für das Geschäftsjahr 2013 deutlich nach unten und stellt nun ein negatives operatives Ergebnis (EBIT) in Aussicht. Grund dafür waren Verzögerungen bei eben jenen Vertragsverhandlungen, die jetzt endgültig gescheitert sind.  

 
(S.A.G. Solarstrom)